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Wie die Bündner Skilegende die Liebe zu Alaskalachs vererbte

Heini Hemmi ist nicht nur als Skifahrer bekannt. Er hat auch echten Alaska-Wildlachs in Graubünden verkauft. Heute führt sein Sohn Gianin Hemmi das Geschäft und räuchert den Fisch sogar selbst.

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Bild Suela Tuena

Von Valerie Schlegel

Auf über 1400 Metern über Meer räuchert die Familie Hemmi auf der Lenzerheide in einer kleinen, selbst gebauten Holzhütte echten Wildlachs aus Alaska. Hinter der Räucherei stehen heute Gianin Hemmi und seine Frau Lea. Zusammen haben sie drei Kinder. Zwei Jungs im Alter von 15 und 5 Jahren und eine siebenjährige Tochter – das mittlere der Hemmi-Kinder.

Gianin Hemmi zeigt im Video seine Arbeit:

Hemmi: Ein bekannter Name

Den meisten Bündnerinnen und Bündnern ist der Name Heini Hemmi ein Begriff. Im Kanton ist er eine wahre Skilegende. Er gewann 1976 bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck Gold im Riesenslalom. Er gehörte zu den besten Riesenslalom-Fahrern der 1970er-Jahre. Neben der Goldmedaille in Innsbruck holte er sich vier Weltcupsiege, ausserdem war er siebenmal Zweitplatzierter und zweimal Drittplatzierter. Doch Skifahren ist nicht seine einzige Leidenschaft. Heini Hemmi ist ein leidenschaftlicher Fischer. Und er ist der Vater von Gianin Hemmi.

Kindheitserinnerung Alaska

Das Fischen als Hobby teilt der Skifahrer mit seinem Sohn. Und wie es bei leidenschaftlichen Fischerinnen und Fischern so sei, ziehe es sie irgendwann alle nach Alaska oder Kanada, erzählt Gianin Hemmi. So auch seinen Vater. Heini Hemmi ging während der Sommerferien nach Alaska, um Rotlachse zu fischen, einen der edelsten Wildlachse, die es gibt. Auf seine Reisen nahm er meistens den Sohn mit. «Das sind sehr schöne Kindheitserinnerungen», erzählt Gianin Hemmi. In Alaska sei nicht viel los, es sei ruhig und man könne den Moment einfach geniessen. «Es ist sicher nicht für jeden etwas», ergänzt er.

Im ganz kleinen Stil verkaufte die Skilegende zu Hause in Valbella Rotlachs. Aus Alaska importiert und in Graubünden weiterverkauft. Der Sohn half seinem Vater im Laden. «Das Geschäft ist immer weiter gewachsen, bis ich es dann übernehmen durfte», erzählt Gianin Hemmi.

Alles begann auf dem Balkon

Obwohl der Rotlachs aus Alaska als edel gilt, spielt die Verarbeitung ebenfalls eine grosse Rolle, wenn es um Qualität geht. Ursprünglich liess Heini Hemmi die Lachse in Alaska von einem Grosskonzern verarbeiten. «Die Qualität schwankte bei jeder Lieferung», erinnert sich Hemmi junior. An einem gewissen Punkt habe er nicht mehr hinter den Produkten stehen können. So versuchten sich Gianin Hemmi und Lea, seine Ehefrau, selbst am Lachsräuchern: «Wir haben einen kleinen Räucherschrank aus Holz zusammengezimmert und dann ein Jahr lang auf dem Balkon versucht, richtig zu räuchern», erzählt Gianin Hemmi. Irgendwann habe es dann endlich funktioniert.

In einer Holzhütte auf der Lenzerheide

Die erste Räucherei hat das Ehepaar in Valbella errichtet, gleich beim Elternhaus von Gianin Hemmi. «Also pendelten wir von der Lenzerheide nach Valbella», erinnert er sich. Vor zwei Jahren fiel dann die Entscheidung: Das Ehepaar wollte die Räucherei neben dem Zuhause haben. Mit Familie und Freunden bauten sie eine Holzhütte. Heute wird im vorderen Bereich der Hütte verkauft und hinter der Schiebetüre der Lachs zubereitet. Die Räucherei so nahe beim Daheim hat auch weitere Vorteile. So ist Gianin Hemmi schnell wieder bei seiner Frau und seinen Kindern.

Für die Familie gibt es jeweils am Sonntag Wildlachs aus Alaska. Meist sind es Produktionsreste, die zubereitet werden. Vor allem für die Kinder sei das ein Highlight, denn sie würden den Wildlachs geniessen. Der jüngste Sohn habe den Rotlachs am liebsten, scherzt das Ehepaar. «Er möchte eigentlich nur Lachs essen», ergänzt Gianin Hemmi. Der Fünfjährige nehme den eigenen Wildlachs sogar mit in den Kindergarten für seinen Znüni.

Weniger Fisch, mehr Kunst

Obwohl Lea Hemmi den eigenen Wildlachs ebenfalls liebt, kann sie sonst eher weniger mit Fisch anfangen. «Ich war nie eine grosse Fischesserin», erklärt sie. Es sei der Fischgeschmack, mit dem sie am meisten Mühe habe. Und das bereits seit der Kindheit. Aber früher hätten schon ihre Eltern Lachs von Heini Hemmi für das Weihnachtsfest gekauft. Und den Lachs aus Alaska, den habe sie gemocht. «Er schmeckt eben nicht nach Fisch», meint sie lachend.

Mit dem Fischen hat Lea Hemmi ebenfalls weniger Erfahrung. Sie hat eine ganz andere Leidenschaft: Sie töpfert gerne. Ihre Keramik wird im «Lachslädeli» zum Verkauf angeboten. So kann idealerweise zu einem Lachsfilet gleich das passende Geschirr dazugekauft werden.

Familie Hemmi lässt die Tradition weiterleben

Diesen Sommer geht es für die gesamte Familie das erste Mal nach Alaska. Die Kinder seien nun alt genug für diese Reise, finden die Eltern. Auch Lea Hemmi wird sich dort beim Fischen versuchen. Der Grund ist für Gianin Hemmi klar: «Die Ausflüge nach Alaska sind meine liebsten Kindheitserinnerungen.» Genau das möchte der leidenschaftliche Fischer seinen eigenen Kindern weitergeben.

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