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Verrücktes Hobby: Martin Marmet baut ganze Städte mit Lego

Mit 50 Jahren werkt Martin Marmet noch mit Lego-Bausteinen. In einem riesigen Hobbyraum bewahrt er all seine Projekte auf. Mit Video und Bildern dokumentiert, führt uns Marmet durch seine Lego-Welt.

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Bild Olivia Aebli-Item

Von Valerie Schlegel

Die meisten Menschen verbinden Lego-Steine mit ihrer Kindheit. Für Martin Marmet aus Walenstadt haben die bunten Plastikteilchen eine grössere Bedeutung: Legos sind seine Leidenschaft. Das Lieblingsstück aus seiner Kindheit war eine Lego-Eisenbahn. Doch je älter Marmet wurde, verlor er sein Interesse an diesem Spielzeug, so wie es meist mit Kindern ist. Jahrelang lagen seine alten Lego-Steine in einer Kiste im Keller. 

Bis zum eigenen Lego-Raum

Erst als die eigenen Kinder auf die Welt kamen, holte Marmet die verstaute Kiste an Legos wieder aus dem Keller. «Als ich mit den drei Jungs Legos zusammenbaute, merkte ich, wie viel Spass mir das macht», erinnert sich Marmet zurück. Das war der Startschuss für seine alte und neue Leidenschaft: Lego. 

«Es wurde immer mehr, bis ich dann das Spielzimmer der Kinder brauchte», erklärt Marmet. Als auch dieses Zimmer zu wenig Platz für seine Konstruktionen hatten, nistete sich Marmet im Keller seines Freundes ein. Das war sein erster Hobbyraum. Der Keller war 25 Quadratmeter gross – für Marmet ein viel zu kleiner Raum für seine Leidenschaft. Seine Werke landeten wieder in Kisten. «Ich fand das ziemlich schade. Wenn man schon etwas geschaffen hat, sollte man es auch zeigen können», sagt Marmet. Aus diesem Grund entschied er sich, einen grösseren Raum in Walenstadt zu beziehen – wo all seine Projekte ihren Platz haben. Auch die Eisenbahn aus seiner Kindheit, sie steht in der Mitte des Hobbyraumes.

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Bilder Olivia Aebli-Item

Eine kostspielige Leidenschaft

Lego kostet viel Geld. «Ich musste mir ein Budget setzen», scherzt Marmet. Insgesamt investierte er allein in diesem Jahr mehrere Tausend Franken für seine Leidenschaft. «Das ist relativ einfach gerechnet», sagt Marmet. Um nicht immer nur zu kaufen, verkauft er auch einige Einzelteile oder ganze Sets weiter. Aktuell möchte er ein Schloss aus der Filmreihe Harry Potter verkaufen, das es so gar nicht mehr auf dem Markt gibt. 

Ebenso gross ist die Zeit, die Marmet in seine Leidenschaft steckt. «Täglich bin ich nicht hier. Für das reicht meine Zeit nicht», erklärt der 50-Jährige. Allein schon wegen seiner drei Kinder, die alle im Teenageralter sind. Obwohl die drei Jungs Marmet wieder zu seiner Leidenschaft brachten, sind sie kaum so begeistert von Lego wie ihr Vater. «So wie Teenager halt sind – die haben andere Interessen und Probleme», scherzt Marmet. Ihm spiele das aber keine grosse Rolle. Er wolle die drei zu nichts zwingen, was sie nicht möchten. 

Was erhält er im Gegenzug?

Obwohl die Leidenschaft viel beansprucht, gibt sie Marmet auch viel zurück. «Es ist mein Ausgleich. Wenn ich hier bin, kann ich alles andere für einen kurzen Moment vergessen», erzählt Marmet. So wie andere joggen oder stricken, baut er in seiner Freizeit ganze Bahnhöfe und Städte aus Lego. Sein Lebenswerk ist ein exaktes Modell vom Bahnhof Luzern. Seit 15 Jahren arbeitet Marmet bereits an diesem Werk, zwei Jahre davon investierte er in die Planung. Ein anderes Gruppenprojekt von Marmet war, den Adventskranz am Obertorkreisel in Chur mit Lego zu bauen. An seiner Arbeit gefallen ihm die Gesichtszüge der Menschen, die er zum ersten Mal in seine Lego-Welt einweihen kann: «Ob alt oder jung, alle gehen anschliessend mit strahlenden Augen nach Hause.»

Dieses Jahr hat sein Hobby Marmet an zwölf Ausstellungen verschleppt, wo er seine Werke präsentieren konnte. Eine organisierte er selbst. Obwohl das Auf- und Abbauen sowie das Transportieren der Lego-Kreationen viel Arbeit mit sich bringt, sind das seine liebsten Tage. «Für mich ist das ein Wellnesswochenende», lacht Marmet. 

Die Lego-Altersvorsorge

Durch seine zum Teil antike Sammlung ist Marmet im Alter abgesichert. Einige limitierte Editionen lassen sich heute für den doppelten Einkaufspreis verkaufen. Und wer sich natürlich in diesen Kreisen aufhält, der weiss, wo man welche Stücke verkaufen kann. Der Wert seiner Sammlung liegt gemäss Marmet bei einem fünfstelligen Betrag.

Kann Marmet sich denn im Alter von seiner Sammlung trennen? «Das muss ich. Irgendwann muss ich loslassen können», erklärt der 50-Jährige. Er könne sich aber vorstellen, seiner Leidenschaft in einem kleineren Rahmen nachzugehen. Es gibt aber trotzdem einige Stücke, die er behalten möchte – auch wenn das Alter kommt. Als Beispiel nennt Marmet einen Kranen, an dem er über ein Jahr mit Zeichnen, Bauen und Materialbestellungen sass. «So etwas gibt man nicht einfach her», meint Marmet. 

Ein Rundgang in der Lego-Welt

Video Suela Tuena

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